CTC - Neuer Ort der Spitzenforschung im alten mitteldeutschen Kohlerevier
Modern denken war auf dem Gebiet unseres Bundeslandes schon immer angesagt: Das heutige Sachsen-Anhalt ist Heimat bahnbrechender Innovationen in Wissenschaft und Technik und kann eine lange Tradition wichtiger Meilensteine der Industriegeschichte vorweisen. Hier stand die erste deutsche Dampfmaschine, entwickelte sich der erste Industriekonzern, wurde der Farbfilm erfunden und auch das erste Ganzmetall-Flugzeug. Aktuell entsteht ein neuer Ort der Spitzenforschung in Mitteldeutschland, mit Fachkräften aus der Region und der ganzen Welt: Das Center for the Transformation of Chemistry (CTC) soll die Chemie zu einer Kreislaufwirtschaft transformieren, die auf nachwachsende Rohstoffe und Recycling setzt.
Im August 2020 trat als Strukturhilfemaßnahme für die durch den Kohleausstieg betroffenen Reviere und Standorte das „Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“ in Kraft, um neue Perspektiven für die Kohleregionen zu schaffen. Die „Gründung je eines neuen institutionell geförderten Großforschungszentrums nach Helmholtz oder vergleichbaren Bedingungen in der sächsischen Lausitz und im mitteldeutschen Revier auf Grundlage eines Wettbewerbsverfahrens“ sind darin verankert. Neben Delitzsch in Sachsen wird Merseburg ein Standort des neuen CTC sein. In einem Neubau am Campus der Hochschule wollen Wissenschaftler Grundlagen für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft in der Chemie schaffen.
Bund und die Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt investieren in das CTC mit den Standorten Delitzsch und Merseburg und mehr als 1.000 Wissenschaftlern über eine Milliarde Euro.
Merseburg bietet mit der Hochschule und der Nähe zum Chemiepark Leuna gute Voraussetzungen für künftige Forschung und Kooperationen zwischen Wissenschaft, Industrie und Region. Wie es heißt, werden bis 2038 voraussichtlich rund 300 Menschen mit unterschiedlichsten Kompetenzen am CTC in Merseburg arbeiten; aktuell ist bereits ein ca. 70-köpfiges „Kernteam“ vor Ort, welches am InfraLeuna-Standort arbeitet. Darüber hinaus sollen weitere Fachkräfte angezogen werden, für die eine Zusammenarbeit mit dem CTC attraktiv ist und die sich entsprechend ansiedeln.
Wir, als traditionsreiches Merseburger Wohnungsunternehmen, haben deshalb damit begonnen, in unserem Bestand entsprechende Wohnangebote für die künftigen Mitarbeiter des Centers zu schaffen. Aktuell wird ein erstes Co-Living-Projekt dafür in der Klobikauer Straße „angetestet“. In Hochschulnähe entsteht seit dem Spätsommer auf einer Etage das neue Wohnangebot. Dafür wurden Grundrisse angepasst und weitere Bäder eingebaut. Die Fertigstellung wurde Ende Januar abgeschlossen.
Vorab fanden unter anderem Verputz-, Fliesen-, Maler-, Sanitär- und Fußbodenlege-Arbeiten statt. Danach erfolgte die Möblierung der vier Appartements, die alle mit eigenen Duschbädern ausgestattet sind. In den insgesamt rund 150.000 Euro Investitionssumme sind weiterhin Leistungen des Architekturbüros sowie für Elektro-, Fenster- und Türen-Erneuerungen enthalten.
„Wir möchten den künftigen Mitarbeitern des Großforschungszentrums die Möglichkeit bieten, in unmittelbarer Standortnähe wohnen zu können, und nicht in die umliegenden Großstädte ‚abwandern‘ zu müssen. Möglich wäre auch ein Zusammenwohnen auf Zeit mit einem Berufskollegen, wenn z. B. jemand hier neu ankommt und erst Fuß fassen muss, oder wenn jemand nur temporär begrenzt am CTC beschäftigt sein wird und deshalb eine voll ausgestattete Wohnform bevorzugt“, sagte Michael Hayn, der Assistent der Geschäftsleitung. Gemeinsam mit dem Leiter Technik, Dirk Heidenreich, machte er sich während des Baugeschehens mehrfach ein Bild vor Ort.
Fotos: WG "Aufbau" Merseburg eG