1.000 Euro kommen Opfern von häuslicher Gewalt zugute
Frauenhäuser sind Schutzhäuser und ein sicherer Zufluchtsort vor häuslicher Gewalt. Sie gewähren Frauen und Müttern mit ihren Kindern, die nicht mehr in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können, kurz- oder längerfristig Unterkunft und bieten ihnen Hilfe und kostenlose Beratung an. Häufig nicht komplett kostenfrei ist für die Betroffenen die Unterbringung in einer solchen Einrichtung, weil Frauenschutzhäuser meist durch eine Kombination aus staatlichen Mitteln, Eigenmitteln der Träger und Spenden finanziert werden.
In unserem Landkreis ist der „Arbeitskreis gegen Häusliche Gewalt im Saalekreis“ seit nunmehr 21 Jahren im Interesse der Opfer häuslicher Gewalt aktiv, wie von der Gleichstellungs- und Seniorenbeauftragten des Saalekreises, Anna Beatrice Brommund, zu erfahren war. Er besteht unter anderen aus Vertreterinnen und Vertretern des Frauenschutzhauses, der Polizei, des Weißen Ringes, von „Pro Mann“, der Interventionsstelle gegen Gewalt, der Ämter der Stadt Merseburg und des Landkreises Saalekreis, unter Leitung der Gleichstellungsbeauftragten, und dient als Plattform des Austausches aller Professionen sowie als ein Ort der Weiterbildung zu aktuellen Problemlagen. Der Arbeitskreis dient in erster Linie zur Vernetzung aller beteiligter Akteure auf kurzem Wege im Interesse der Opfer häuslicher Gewalt, sowie der Weiterbildung zu aktuellen Themen und Aufgabenstellungen. Außerdem setzt sich der Arbeitskreis für die Entwicklung von Präventionsmaßnahmen ein, um häuslicher Gewalt vorzubeugen sowie für die Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, um die Rechte von Opfern zu stärken.
Im Rahmen seiner Oktober-Sitzung konnte der Arbeitskreis eine Spende in Höhe von 1.000 Euro für den Förderverein des Frauenschutzhauses entgegennehmen. Das Geld kommt von der Wohnungsgenossenschaft „Aufbau“ Merseburg eG und wurde durch die Vorsitzende des Vorstandes, Barbara Schneider, am 8. Oktober per symbolischen Scheck übergeben.
Spenden wie diese sind zum Beispiel eine wichtige Basis für die Umsetzung außerplanmäßiger Projekte, so wie dieses: Im Außenbereich der Merseburger Einrichtung soll eine sogenannte Vogelnestschaukel aufgebaut werden. Moderne Vogelnestschaukeln sind oft mit zahlreichen Sicherheitsaspekten wie engmaschigen Netzen (damit kleine Finger nicht durchrutschen), gepolsterten Rändern und stabilen, wetterfesten Materialien ausgestattet. Sie kosten mehrere Tausend Euro und auch der Aufbau und die Wartung sind recht teuer, wie von Schatzmeisterin Katja Lück und der Vorsitzenden des Fördervereins des Frauenschutzhauses Merseburg e.V., Susanne Ließ, zu erfahren war.
Das Besondere an diesem Spielgerät ist unter anderem seine runde Form, die es mehreren Kindern (oder auch Erwachsenen) ermöglicht, gleichzeitig zu schaukeln. Das fördert die soziale Interaktion, aber auch den Gleichgewichtssinn und unterstützt die motorische Entwicklung sowie die Körperwahrnehmung. Vor allem aber sorgt das „Nest“ für ein Gefühl der Geborgenheit und tut insbesondre den betroffenen Kindern gut, die zuvor oft Angst, Ohnmacht und Gewalt im familiären Umfeld erleben mussten.
Umso mehr freut es auch die Einrichtungsleiterin Renate Beßler, dass dieses Spielgerät nun angeschafft und aufgebaut werden kann.
Foto: Arbeitskreis/Brommund