Frauentagsfeier im Stadtteilzentrum West
Am 8. März gehen weltweit Menschen für das Selbstbestimmungsrecht von Frauen und Gleichberechtigung auf die Straße. In Deutschland ist der Internationale Frauentag in den Bundesländern Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ein gesetzlicher Feiertag. Der Tag dient dazu, für Gleichberechtigung, Frauenrechte und das Selbstbestimmungsrecht von Frauen einzutreten. Im Jahr 2026 standen anlässlich des Weltfrauentages Themen wie Rechte, Gerechtigkeit, Empowerment und finanzielle Gleichstellung im Vordergrund.
Im Stadtteilzentrum West in Merseburg (die WG „Aufbau“ stellt der Einrichtung die Räumlichkeiten kostenfrei zur Verfügung) wurde der Internationale Frauentag unter einem heiteren Aspekt begangen. Da der Gedenktag in diesem Jahr auf einen Sonntag gefallen war, fand die Feier etwas später statt – am 12. März versammelten sich die Besucherinnen des STZ West nachmittags pünktlich 14 Uhr um die festliche Kaffeetafel, um gemeinsam unterhaltsame Zeit zu verbringen.
Dr. Irina Hundt von der Grabau-Stiftung, die das STZ West in ihrer Trägerschaft hat, eröffnete die Veranstaltung und begrüßte die Damen aufs Herzlichste. Als einziger Mann in der Runde fühlte sich Heinz Bernecker sichtlich wohl: „Ich bin das schon gewohnt, ich bin hier immer der ‚Hahn im Korb‘!“, gab er zu verstehen. Die Frauen wiederum schätzen ihn als Vortragenden an so manchen Nachmittagen im STZ. Dann unterhält er seine Zuhörinnen mit populären Vorträgen und Filmen über Gesundheitsthemen, Heimatgeschichte oder auch mit Reiseberichten und mehr.
Bei Kaffee und Kuchen drehten sich anschließend die Gespräche vor allem um die frühere Arbeitswelt, den Arbeitsalltag und Begebenheiten daraus. Als humorvolles Highlight hatte Dr. Irina Hundt eine „Schürzen-Modenschau“ organisiert. Denn schließlich ist vieles, das unter dem Begriff „Kittelschürze“ bekannt ist, auch ein unverwüstliches Stück DDR-Alltagskultur gewesen. Vor allem die Exemplare aus Dederon waren ein Markenzeichen des Ostens und wurden von vielen bei der Arbeit, wie auch im Haushalt, getragen. Da stimmte die Frauentags-Runde im Stadtteilzentrum einstimmig zu.
Die umfangreichen Exponate, die präsentiert wurden - ob Kittel-, Servier- oder sonstige Schürzen - stammen zum großen Teil aus der persönlichen Sammlung von Frau Dr. Hundt. Und sie versäumte es nicht, mitzuteilen, „…wer alte Schürzen ausrangiert, bitte nicht wegwerfen! Besonders solche mit Spitze oder die bestickt sind, nehme ich gerne noch in meine Sammlung auf!“, verriet sie. Ebenso verriet sie zu den meisten vorgeführten Schürzen und Kitteln kleine Anekdoten: So stammte eine filigrane Spitzenschürze beispielsweise aus dem Schloss Schkopau von Bediensteten der Familie von Trotha; eine andere mit Folklorestickerei kam an der „Druschba-Trasse“ in den Besitz von Frau Dr. Hundt (eines Tages war die Wäscheleine leer „geklaut“ – nur eine einsame (fremde) bestickte Schürze hing noch daran. Vermutlich als Entschädigung).
Am Ende der Feierstunde gab es dann noch gute Nachrichten für die nächste gemeinsame Kaffeerunde - vielleicht bald zu Ostern? WG „Aufbau“-Vorstandschefin Barbara Schneider hatte den Frauen des Stadtteilzentrums anlässlich des Frauentages bereits den nächsten Kaffee gesponsert. „So eine Freude, Frau Schneider denkt einfach immer an uns“, freute sich Charlotte Schupa. Seit 1962 wohnt sie bei der Wohnungsgenossenschaft, wie sie erzählte, und ist dankbar für das tägliche Angebot des Stadtteilzentrums: „So muss man den Tag nicht alleine verbringen.“
Fotos: WG „Aufbau“ Merseburg eG