21. Defa-Filmtage in Merseburg

Der Kartenverkauf hat begonnen

Im August 2002 gründete sich der Verein „Förderverein Kino Völkerfreundschaft e.V.“. Sein Ziel war es, das alte Stadtkino „Kino Völkerfreundschaft“ nicht nur vor dem Abriss zu bewahren, sondern es mit neuem Leben und vielen Ideen zu füllen. Der erste Meilenstein: Der Stadtrat stimmte mehrheitlich für den Erhalt des alten Kinos.
Es wurde saniert, mit moderner Technik ausgestattet und im September 2005 als Domstadt-Kino wiedereröffnet.

Das Kino sollte nicht rein kommerziell, sondern auch für kulturelle Veranstaltungen zu nutzen sein. Das war die Geburtsstunde der „Merseburger DEFA-Filmtage“. Ihre Erstauflage im April 2006 wurde gleich ein Besuchererfolg. Seither richtet der Verein die DEFA-Filmtage jährlich aus; sie erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit und sind der Grund dafür, dass es hier zu einem Stelldichein der DEFA-Stars kommt.
Merseburg wird so für ein Wochenende im Frühling zum Mekka der Filmfreunde.

Mittlerweile werfen die 21. Merseburger DEFA-Filmtage ihre Schatten voraus. Sie finden vom 10. bis 12. April 2026 statt. Hauptveranstaltungsort ist das Domstadtkino in der König-Heinrich-Straße 7. Das Programm widmet sich traditionell der Aufarbeitung der ostdeutschen Filmgeschichte und zeigt knapp 20 Filme, oft begleitet von Gesprächen mit bekannten Schauspielern und Regisseuren. Eingebettet sind wieder spezielle Schulveranstaltungen (am 7. und 8. April; nur mit Voranmeldung).

Das Festival steht in diesem Jahr unter dem Motto „21 Takte Leben – Arbeit, Aufbruch & Applaus“.
„Wir wollen aufzeigen, welchen Wert Arbeit hatte. Heute sehen viele ihren Job lediglich als Quelle für Einkommen. Aber Arbeit kann viel mehr sein. Früher ging das Arbeits- oft fließend in das Privatleben über. Freundschaften und Ehen entstanden daraus. Genau dieses Verhältnis spiegeln DEFA-Streifen. Heutzutage zeigen Filme das oft nur noch bei Ärzten oder Anwälten. Fabrik- oder Produktionsarbeiter fallen meist unter den Tisch“, sagt die Vorsitzende des Fördervereins Dr. Halina Czikowsky, die für ihr Engagement um die DEFA-Filmtage erst Anfang des Jahres die Bürgermedaille der Stadt Merseburg erhielt.

Sie begrüßte im Vorfeld der Eröffnung der DEFA-Filmtage am 3. März im Domstadtkino aufs Herzlichste die Sponsoren, die das Festival seit vielen Jahren unterstützen – auch die Wohnungsgenossenschaft „Aufbau“ Merseburg eG zählt dazu.
An diesem Abend hörten die Anwesenden Geschichten aus der „Traumfabrik“ – erzählt von Schauspieler Manfred Möck, übrigens gebürtig aus Sangerhausen. Der gleichnamige Film von 2019, der in den Defa-Studios Babelsberg des Jahres 1961 spielt und zwischen „Liebe und Mauerbau“ angesiedelt ist, flimmerte ebenfalls über die Leinwand (Manfred Möck im Bild oben; Interview mit Katja Finger von „Merseburg Report“, zu sehen im Offenen Kanal MQ am 10. April).

Der Kartenverkauf für das Filmfestival beginnt am 5. März 2026 im Domstadtkino oder online unter www.domstadtkino-merseburg.de
Weitere Informationen zum Programm unter www.filmtage-merseburg.de

Noch ein Tipp: Ein fotografisches Wiedersehen mit Stars aus 20 Jahren gibt es schon ab 7. April bei der Saalesparkasse in der Filiale Gotthardstraße. Gezeigt wird eine Reminiszenz an Stars, die sich in den letzten 20 Jahren ein Stelldichein bei den Merseburger DEFA-Filmtagen gegeben haben. Die Ausstellung mit Bildern von Jürgen Vogel und Wolfgang Kubak ist anschließend während der regulären Öffnungszeiten der Filiale zu sehen. Der Eintritt ist frei. Freuen Sie sich auf ein Wiedersehen und legendäre Erinnerungen an Erich Loest, Chris Doerk, Christian Steyer, Dorit Gäbler, Gojko Mitic und viele mehr.

Fotos: WG "Aufbau" Merseburg eG und Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv / Klaus Zähler

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